Wilfried und das Schwein mit Flossen

Unsere Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, das Dorf besteht aus zwei Straßen der Dorfstraße und der Feldstraße.

An einer Stelle überschneiden sie sich und Bilden eine Kreuzung. Genau an dieser Stelle stehen auf den vier Flächen um die Kreuzung die vier Bauernhöfe des Dorfes.

Der erste Bauernhof war der Hof der Meyers. Auf dem Hof der Meyers Lebten fünf Kühe, Liesbeth, Else, Giesela, Bertha und Frieda. Außerdem Wohnten dort noch Frau Meyer die Bäuerin und Herr Meyer der Bauer.Pig

Der zweite Hof war der Hof der Huhnes, auf dem Hof der Huhnes lebten 10 Hühner, ein Hahn drei Mäuse Oma Huhne, Frau Huhne, die immer die Hühner füttert und Herr Huhne der morgens die Eier seiner Hühner einsammelt.

Der dritte Bauernhof gehörte den Haferstrohs. Auf dem Hof der Haferstrohs leben 4 Mäuse, 3 Katzen, und ein alter, immer schlafender, Bernhardiner, Herr Haferstroh und Frau Haferstroh.

Der vierte und letzte Hof im Dorf war der Bauernhof der Familie Rübenknauf, auf dem Hof der Familie Rübenknauf lebten ein Hahn zwei eingebildete Hühner, zwei Schafe, Emma und Gitte, die Katze Mimi, die immer ein leicht hüstelndes miau hervorbringt, Bertram das Schwein, Herr und Frau Rübenknauf und Wilfried.

Wilfried war das einzige Kind im ganzen Ort, er war die meiste Zeit alleine, weshalb er eine Menge Zeit hatte um sich Sachen auszudenken, oder Dinge zu erfinden. So kam es, dass er die meiste Zeit auf dem Rücken oben im Heuboden lag und nachdachte. Nach 2-4 Stunden nachdenken hatte er dann meistens etwas erfunden oder sich etwas ausgedacht. Hatte sich Wilfried erst einmal etwas ausgedacht, musste er es immer sofort ausprobieren.

Willfried hatte schon viele Ideen. Er wollte mal Ritter sein, da hatte er sich aus Holz ein Schwert gebaut, aus einem alten Eimer einen Helm und aus alten Papprollen eine Rüstung.

Doch heute wollte Wilfried nicht wirklich etwas einfallen. Ihm war langweilig. Und rausgehen wollte er nicht, konnte man auch nicht wirklich, denn draußen war es schon den ganzen Tag am stürmen und regnen. Der Wind blies so stark, dass er sogar schon seinen Roller durch die Luft gewirbelt hat und jetzt lag er auf dem Dach.

Deshalb lag Willfried wieder mal auf dem Rücken im Heu und nachdachte nach. Er dachte und dachte Stunde um Stunde. Er dachte so viel, dass er glaubte dass an diesem Regentag überhaupt nichts mehr passieren würde. Die Pfützen wurden immer größer und bildeten kleine Seen, die Bäume ließen mit jedem Tropfen ihre Blätter tiefer hängen.

Er wollte gerade runter in sein Zimmer, um doch mit den Bauklötzen zu spielen, da hatte er sie gefunden. Die Idee auf die er so lange gewartet hatte. Wilfried wird heute ein Windforscher. Genau, so mit allem Was ein Windforscher braucht. Einen Kittel, das trägt man so wenn man forscht. Einen Block um alles aufzuschreiben und Testobjekte.

„Hmmmm, dachte Wilfried, was nehme ich nur um den Wind zu erforschen?“ „HA, das ist es. Ich brauche etwas was fliegen kann. Dann bastle ich als erstes einen Papierflieger und ich kann mit meiner Uhr genau gucken wie er fliegt, und wie weit.“

Wilfried riss sich ein Blatt Papier vom Block ab und fing an zu knicken und zu falten. „Das ist der Superbeste WIlfriedflieger der ganzen Welt.“ Mit dem Flieger in der Hand erklomm er die Leiter die zum Heuschuppen hinaufführte. Oben angekommen, öffnet er die Luke, durch die im Herbst das Stroh reingebracht wird. Er sah sich noch mal den Hof an, lutschte seinen Zeigefinger ab und hielt ihn in den Wind. „hm, genau wie ich es dachte, der Wind kommt aus NostRostWest leicht Süd“ Er schwang seinen Arm nach hinten holte noch weiter aus und warf den Flieger nach draußen.

Der kleine Papier-Flieger kämpfte sich die ersten Meter durch den Wind und den peitschenden Regen. Er flog rauf und runter schwang von links nach rechts und wich einem Regentropfen nach dem nächsten aus. Doch dann wurde der kleine Flieger hin und her geschleudert wirbelte durch die Luft und wurde von den ersten dicken Regentropfen getroffen. Zuerst wurden die Flügel getroffen, die schnell vom Regen durchweichten und dann. Platsch, in den Matsch der Flieger war in einer dieser riesigen Seepfützen im Hof gelandet.

„Wie ich mir gedacht habe, sagte Wilfried.“ Er holte seinen Block raus und fing an alles zu notieren, die Flugbahn, die Höhe, und die Landung. „3 Minuten und 20 Sekunden, eine großartige Zeit.“

Ich brauche für meine weiteren Versuche etwas Stabileres als eine Schwalbe. Was kann ich nur nehmen. Der Eimer vom Ritterkostüm kann nicht fliegen, und Wasser auffangen auch nicht mehr.

Ah, da lag ja noch das Holz, aus dem er sich mal ein Ritterschwert gebaut hatte. „Wenn ich die beiden Holzlatten anders zusammennageln, dann muss es doch wie ein Flugzeug aussehen und genauso fliegen.“

Und so fing Wilfried an zu hämmern und zu sägen und zu hämmern und zu sägen, es staubte und lärmte und die Holzfesten flogen durch die Luft.

„Ha, tada – Da ist er mein Regenflieger. Den wird der Regen jetzt nicht zum Abstürzen bringen.“

Willfried Spannte wieder den Arm an und schleuderte das Holzflugzeug nach draußen. Das kleine Flugzeug erhob sich sogleich in Luftige Höhen zu, es trotze dem Wind und dem Regen und schraubte sich immer höher und höher, bald war das Holzflugzeug höher als das Haus, dann höher als die Bäume und dann war es weg.

„Heureka, Es hat geklappt.“ Eher zu gut, denn das Holzflugzeug war ja weg. Wilfried notierte sich wieder alles warf sich ins Heu und dachte wieder nach.

„Was fliegt im Wind, aber so dass es nicht abstürzen wenn es nass wird und auch nicht davonfliegt wenn zu viel Wind kommt?“

Draußen wurde der Wind immer heftiger und während er so da lag und nach draußen schaute, beobachtete er wie vom Wind nacheinander eine alte Badewanne, ein Brett und ein Bett, einige Blumentöpfe und seine alten Gummistiefel durch die Luft gewirbelt wurden und davon flogen.

Auf einmal sprang Willfried auf und Schrie, „jetzt hab ich es, Bertram!“ Doch wie sollte das Klappen, Bertram kommt immer wieder zurück von seinen Ausflügen, aber wie schafft er es, dass das alte Schwein in die Luft abhebt wie ein Flugzeug?

Willfried dachte wieder nach, der Sturm wurde immer stärker, der Regen peitschte jetzt richtig gegen die Luke im Heuschuppen. Es klang wie 102 Gespenster die wie wilde Ungeheuer an das Holzklopften. Da rannte in sein Zimmer, durchwühlte seinen Schrank bis er bei den Badesachen angekommen war und ging schwer bepackt mit vier komisch aussehenden, nach alten Wärmflaschen riechenden orangenen Gegenständen unter dem Arm in den Stall in dem Bertram lag.

Der lag wie immer unter der warmen Lampe auf einem Haufen Stroh und schnarchte vor sich hin.

„Gut dass der Regen so laut ist, dann bemerkt Bertram nicht dass ich da bin und außerdem hört so wenigstens keiner sein Schnarchen.“

Wilfried fing an alles auf dem Boden zu verteilen, die Stinkenden Gummidinger, eine Rolle Klebeband, den Block mit den Notizen der letzten Flüge und ein Seil.

Von diesem Radau wurde Bertram wach. Er öffnete eines seiner Augen ein nur kleines Stück um zu gucken woher der Krach kommt und dann war er hell wach. „Oh nein, das Monster!“ Dachte Bertram als er Wilfried sah. Denn immer wenn Wilfried mit komischen Sachen in seinen Stall kam bedeutet das nichts Gutes. Einmal hat ihm Wilfried einen Sattel umgeschnallt und ist auf ihm durch das ganze Dorf geritten und auf die Windmühle zu. Dabei schrie er immer lauter, „Bertrapanza da sind sie, die Riesen“ Das Schwein hatte noch 3 Tage später Rückenschmerzen und Ohrensausen von dem Geschrei.

„Warum immer ich, Warum kann mich dieser Junge nicht einmal in Ruhe lassen?“ Doch es half nichts während sich Bertram noch an die Wilde reise zur Windmühle erinnerte hatte Wilfried schon angefangen die stinkenden Gummiteile um seine Pfoten zu kleben.

Und dann stand er da. Wie ein Frosch, mit orangenen, stinkenden Pfoten. Wilfried hatte ihm mit Klebeband vier alte Schwimm-Flossen angeklebt, die jetzt wie Flügel in leuchtendem Orange von seinem Körper wegstanden. Bertram ahnte nichts Gutes, denn jetztsetzte ihm Wilfried noch, eine Taucherbrille vor den Augen und dann wurde er auch schon nach draußen gezogen.

Bertram zeterte und Meckerte: „Kannst du bitte damit aufhören, es ist nass und ich bin müde, da schickt man nicht mal einen Hund vor die Tür, Wilfried, bitte. Ich will schlafen…“ doch alles was Wilfried hörte, klang für ihn wie Freudenschreie weil sie wieder Abenteuer erleben werden. „Quiiiek, Oiiink, Quiik, grunz grunz…“

„Freust du dich auch Bertram, dass wird ein Abenteuer. Wir werden ganz neue Orte erleben“

Willfried stapfte, mit Bertram im Schlepptau die Wiese hoch, der durchtränkte Boden unter ihren Füßen schmatze und klatschte Schlamm und Wasser wurden hochgewirbelt und Bertram stolperte immer wieder über seine vier Flossen, was Wilfried herrlich amüsierte.

„ha, ha, Bertram, du bist ein Komiker, wie du mit der Nase im Schlamm bremst und vorher noch mit allen Pfoten in der Luft rumzappelst.“

„Ne Superlustig, dachte Bertram, wirklich witzig, ich lach mich tot.“

Genau so lustig wie vor einigen Wochen, als du mir die Augen verbunden hast und mich gedreht hast, weil du wissen wolltest, ob man Blindekuh mit mir spielen kann. Ich konnte drei Tage nicht gerade aus laufen weil mir so schwindelig war.

Von oben bis unten mit Matsch und Schlamm eingekleidet kamen Wilfried und Bertram oben auf dem kleinen Hügel auf der Wiese an.

Willfried ging nochmal zu Bertram und Redete auf ihn ein: „…Wenn das hier klappt, Bertram, dann bist du das erste, fliegende Schwein der Welt und ich der erste Junge auf der Welt, der auf einem Schwein fliegt.“

Plötzlich war Bertram wach, er riss die Augen auf und spitze die Ohren. „Fliegen, ich bin ein Schwein, der wird doch nicht etwa…?“

Noch bevor Das Schwein abhauen konnte war es auch schon zu spät, es gab einen kräftigen Ruck am Seil das ihm von Willfried vorher um den Bauch gebunden hatte und dann rannten sie den Hügel runter. Sie wurden schneller und schneller der Regen peitschte in ihre Gesichter, der Wind blies Wilfried ins Gesicht und Bertram huschte er tosend unter dem dicken Bauch hindurch.

Bertram konnte mit Willfried kaum Schritt halten, deshalb fing er immer wieder kleinere Sprünge zu machte und dann passierte es, er verlor den halt unter den beflossten Pfoten. Zuerst waren es nur ein paar Zentimeter, doch dann wurden es 10 Zentimeter, 20, 30, 40, Bertram Flog.

Dem verwirrten Schwein wurde ganz mulmig: „Ich bin nicht Schwindelfrei, außerdem habe ich Flugangst. Hilfe, HILFE, Willfried hol mich hier wieder runter“

Wilfried Jubelte: „Bertram, du fliegst. WooooHooooo, ich komme hoch zu dir.“ Kaum hatte er es gesagt kletterte Wilfried am Seil hoch und setzte sich auf Bertrams Rücken.

Der Boden unter ihnen entfernte sich immer weiter, mit jedem Meter wurde es mehr, genauso wie die Angst von Bertram.

Wilfried lag jetzt wie ein Rennradfahrer nach vornegebeugt auf Bertram, seine Arme waren dicht um den Hals des Schweines geschlungen und er fing an ihm etwas in sein Ohr zu brüllen:

„BERTRAM, DU MUSST MIT DEN PFOTEN WACKEL, DAMIT DIE FLOSSEN WEDELN WIE BEI EINEM VOGEL.“

Bertram geriet in Panik weil er nicht wirklich verstand was Wilfried gesagt hatte, das einzige was er verstanden hatte war, du fällst wie ein Stein. Und da fing er wie wild an mit den Pfoten zu strampeln, mit aller Macht und Kraft versuchte Bertram wieder festen Boden unter den Pfoten zu bekommen, er Zappelte und Strampelte.

„GROSSARTIG BERTRAM, DU MUSST MEHR FLATTERN, DANN FLIEGEN WIR HÖHER“

Bertram verstand nicht recht, höher? „Ich will doch gar nicht höher, dachte Bertram, Ich will runter.“

Doch es half nichts, Bertram strampelte immer schneller und die Beiden stiegen höher und höher. Bis das Schwein nicht mehr konnte. Wilfried war am Johlen und am Jubeln und dann schrie er wieder in Bertrams Ohr: „WAS MACHST DU, NICHT AUFHÖREN, SONST LANDEN WIR GLEICH UND WENN WIR HIER RUNTER KOMMEN, DANN …“ RUMS

Und da waren sie auch schon im Misthaufen gelandet, also nicht direkt auf dem Mist. Sie sind genau auf dem Hahn gelandet, der gerade auf den Haufen gestiegen war um nachzusehen, ob wann es aufhört zu Regnen. Bertram war erleichtert, dass er so weich gelandet ist: „puh – gelandet, weich wie auf einem Federkissen“ Wilfried Jubelte: „Bertram, das müssen wir beim nächsten Sturm unbedingt noch mal machen!“ und unter dem Haufen aus Schwein, dreckigem Jungen und vier Flossen hörte man ein heiseres leicht gebrochenes krächzen. Kikirikikikikikikikiköööööööfffffffffffffffff

„Bertram, wir sind auf dem Hahn gelandet, sie mal, überall Federn. Wenn ich die an die Flossen klebe, dann können wir beim nächsten Sturm noch höher fliegen.“

Als Bertram das hörte Sprang er auf und rannte los, so schnell wie noch nie zuvor, wie der Blitz stürmte er auf seinen Stall zu, auf dem Weg dahin verlor er die Flossen, die Taucherbrille und das Seil. Am Stall angekommen hackte Bertram noch schnell seinen Ringelschwanz in die Tür ein und Schlug sie Schnaufend zu.

Wilfried guckte dem rennenden Schwein hinterher und rief ihm aufmunternd zu: „Bertram, lauf doch nicht weg. Es ist noch kein Meisterschwein vom Himmelgefallen, bis jetzt bist nur du runtergefallen. Bertram sei doch nicht traurig. Bertram? Bertram? Wir können doch üben, dann bleibst du das nächste Mal auch länger in der Luft.“

Bertram?

Und so hat Wilfried ein weiteres Abendteuer erlebt, als erster Junge der Welt, der auf einem Schwein geflogen ist. Welche Abendteuer Wilfried und Bertram sonst noch erlebt haben erzähle ich ein anderes Mal. Vielleicht die Geschichte wie Bertram Wilfried kennen gelernt hat, oder das Abenteuer wie Wilfried, Bertram und der eingebildete Hahn sich im Wald verirrt haben, oder wie Wilfried und Bertram als Piraten den Dorfteich mit einem Floß überqueren wollten, oder das Erlebnis wie die Wilfried wollte, dass ihm Bertram einen Wackelzahn zieht.

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